Ich traue mich in letzter Zeit kaum noch, meine sozialen Medien zu öffnen. Ich sitze immer noch in meiner winzigen Einzimmerwohnung, esse zum Abendessen ein Fertiggericht aus dem Supermarkt und denke nur: „Ich will morgen nicht zur Arbeit gehen“, während meine Freunde aus meiner Heimatstadt einer nach dem anderen heiraten, Häuser kaufen … und jetzt höre ich sogar schon, dass bei einigen schon die erste Geburtstagsfeier für ihr Baby ansteht. 😅

Ehrlich gesagt möchte ich ihnen von ganzem Herzen gratulieren, aber andererseits überkommt mich ein starkes Gefühl der Enttäuschung, weil ich mich frage: „Bin ich der Einzige, der auf der Stelle tritt?“ Es fühlt sich so an, als würden alle anderen vorankommen und nur ich wäre der Außenseiter. Jedes Mal, wenn meine Eltern anrufen, erwähnen sie beiläufig: „Der Sohn von den XY hat anscheinend gerade einen Job gefunden“, und obwohl ich das jedes Mal mit einem Lächeln abtue, schmerzt es mich innerlich doch ein bisschen.

So eine Phase gibt es doch bei jedem mal, oder? Ich möchte gerne glauben, dass ich nicht der Einzige bin, der hinterherhinkt, sondern einfach mein eigenes Tempo habe, aber heute ist die Nachtluft besonders kühl. Wie haltet ihr alle eure mentale Balance aufrecht?